Industry Trends im September

Was ist in der Welt der Sozialen Medien im September 2021 passiert? Wir halten über die brandaktuellen Trends auf dem Laufenden und fassen die Industry Trends vom bevorstehenden Monat in diesem Beitrag für dich zusammen.

1. 100 Millionen Fund für Youtube Shorts Creators geht live

YouTube wird Creators bis zu 10.000 Dollar pro Monat für das Erstellen von Videos für den TikTok-Konkurrenten YouTube Shorts zahlen. Das Unternehmen plant, im Laufe des nächsten Jahres 100 Millionen Dollar zu zahlen, wobei die ersten Zahlungen im August erfolgt sein sollen.

YouTube verlangt, dass es sich um Originalvideos handelt. Reuploads und Videos, die mit Wasserzeichen von anderen Plattformen (TikTok, Snapchat oder Reels) versehen sind, disqualifizieren einen Kanal für Zahlungen. Der Fund ist vorerst nur in 10 Regionen verfügbar, unter anderem in den USA, Großbritannien, Indien und Brasilien, und YouTube sagt, dass es plant, diese Liste in Zukunft zu erweitern.


2. Linkedin akquiriert die Video Tutorial App Jumprope

Linkedin hat die How-to-Video-App Jumprope als Teil seines erweiterten Video-Fokus übernommen. Jumprope, betitelt sich selbst als „der beste Ort, wo jeder eine Anleitung erstellen und diese auf jede soziale Plattform exportieren kann“. Den Nutzer:innen wird es auf der Plattform ermöglicht, Schritt-für-Schritt-Tutorials mit Video- und Bildmaterial zu erstellen, wobei voreingestellte Formate und Überlagerungen helfen, jedes Element zu vermitteln.

Auf LinkedIn hat Jumprope-CEO Jake Poses angekündigt, dass das Jumprope-Team nun ausschließlich an LinkedIn-Tools arbeiten wird, um seine eigenen Produkte zu entwickeln.


3. Instagram führt neue Massnahmen gegen Missbrauch ein

Zu den neuen Massnahmen gehören:

  • Die Möglichkeit, Kommentare und Direkt-Nachricht-Anfragen während erhöhter Spannung zu begrenzen. Das ist einer Funktion, die automatisch Kommentare und Direkt-Nachricht-Anfragen von Personen ausblendet, die Ihnen nicht folgen oder die Ihnen erst kürzlich gefolgt sind.
  • Stärkere Warnungen, wenn Leute versuchen, potenziell beleidigende Kommentare zu posten. Bis anhin gab es einen zwei stufigen Warnprozess, wenn jemand versucht einen potenziell beleidigenden Kommentar zu posten. Jetzt wird direkt die zweite, schärfere Warnung angezeigt.
  • Die weltweite Einführung der Funktion „Versteckte Wörter“, mit der man missbräuchliche DM-Anfragen filtern kann. Die Funktion ermöglicht es, anstössige Wörter, Sätze und Emojis automatisch in einen versteckten Ordner zu filtern, den man nie öffnen müssen, wenn man es nicht will. Außerdem werden Direkt-Nachricht-Anfragen gefiltert, die wahrscheinlich Spam oder minderwertig sind.

4. Instagram Collabs für mehr Transparenz

Kollaborationen können auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken sollen durchschaubarer werden. Durch das neue Instagram-Feature Instagram Collabs wird nun eine Möglichkeit getestet, dies zu verbessern.

Anstatt dessen, dass bei einer Werbekollaboration der Partner-Account „nur“ markiert ist, wird der zweite Account für den Werbepost als CO-Autor des Beitrages dargestellt. Dazu muss, wie beim Branded Content Ads Tool, eine Anfrage verschickt werden. Wird diese Anfrage angenommen, taucht der Beitrag beim Partner wie ein regulärer Feed-Beitrag im Profil auf. Bis anhin wurde der Post nur unter den Markierungen beim Partner aufgelistet. Auch die Kommentare sind auf beiden Profilen ersichtlich.


5. Polywork als neuer LinkedIn-Konkurrent

Peter Johnston, der Gründer von dem beruflichen sozialen Netzwerk Polywork hat die neuartige Plattform gegründet. Damit will er die Möglichkeit zu schaffen, um die eigene Persönlichkeit, die eigenen Interessen und Fähigkeiten abzubilden. Er meint, dass der Bedarf da ist, noch viel mehr darzustellen, als lediglich das was in der regulären Arbeitszeit geleistet wird. Auf der Plattform kann man sich aktuell, ähnlich wie bei den Clubhouse-Anfängen, nur mit einer Einladung anmelden.

„As Polywork continues to grow, we hope to be able to empower people to express what’s important to them, and enable them to take professional paths more colorful, unique and different than they once thought possible. Because when people use their agency to make the life for themselves that they want — without feeling suppressed, embarrassed or intimidated — only good can come of it.“
Peter Johnston Industry Trends im August


Industry Trends im August

Titelbild: Molly Mears & Lilian Dibbern

Auch KMUs sollten auf Influencer Marketing setzen

Ist Influencer Marketing nur für grosse Unternehmen geeignet?

Nein!

Influencer Marketing sollte für alle Unternehmen eine Marketingstrategie sein, welcher vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Wichtigkeit der jungen Marketingdisziplin, kann durch Prognosen und Zahlen klar belegt werden. Experten rechnen in der DACH Region mit einer Wachstumsrate von jährlich rund 30% und erwarten ein Marktvolumen von ca. CHF 5 Milliarden im Jahr 2027 (Kammermann, et al. (2020)).

Auch diverse Insights des Swiss Influencer Marketing Reports 2020 unterstreichen die heutige Relevanz von Influencer Marketing. Drei Key Insights des Reports sind:

60% aller Millennials folgen Influencer:innen in den Sozialen Medien. Von ihnen suchen mehr als die Hälfte dort gezielt nach Produktinformationen.

37% aller Millennials wurden bereits von Influencer:innen zu einem Kauf motiviert. Bei denen, die Influencer:innen abonniert haben und ihnen aktiv folgen, sind es sogar 53%.

Millennials lassen sich bei ihren Kaufentscheidungen stärker von den Informationen von Influencer:innen beeinflussen, als von Informationen durch (andere) bezahlte Werbeformen wie TV-Werbung, Anzeigen oder Suchmaschinenresultate.

Clegg, M., Hofstetter, R., Schindler, L., Deubelbeiss, O., Lanz, A., Faltl, M., & Tomczak, T. (2020). Swiss Influencer Marketing Report 2020, University of Lucerne.

Unternehmen wollen ganz besonders die junge Zielgruppe, die Generation Z, ansprechen. Laut des „Gen Z Report“s von Facebook, macht diese Generation weltweit mittlerweile 40% der Kaufkraft aus. Wer diese Zielgruppe, die „always on“ ist, erreichen möchte, muss also dort kommunizieren, wo sie sich aufhält – in den Sozialen Medien. Allen voran platziert sich hier die Plattform Tiktok immer stärker und hat in gewissen Altersgruppen bereits Instagram und YouTube den Rang abgelaufen (App Annie, 2021).

Die Generation Z muss also von Unternehmen erreicht werden. TikTok ist dafür bestens geeignet. Es wird empfohlen, möglichst schnell auf der Plattform aktiv zu werden, denn sobald das enorme Wachstum stagniert, wird es für Unternehmen auch zunehmend schwieriger, sich auf der Plattform zu etablieren.

Da auch Podcasts auch in der Schweiz immer mehr an Bedeutung gewinnen (Podcastschmiede, 2021), kann auch dieses Medium für Empfehlungsmarketing gut genutzt werden. Radio verliert an Relevanz und Podcasts nehmen vermehrt diese Stellung ein. Auch hier können Marketers von der nahen Verbundenheit zwischen Zuhörer und Podcaster profitieren (WUV, 2020).

Die Awareness und der Umsatz können also, bei einer passenden und guten Umsetzung, rapide gesteigert werden. Die Budgets der Unternehmen, welche in Influencer Marketing investiert werden sollen, haben sich daher in der vergangenen Zeit enorm gesteigert. Dennoch sind sich viele der Wirkung dieser Marketingdisziplin noch nicht vollends bewusst.

Für eine erfolgreiche Influencer Kampagne ist es wichtig, dass diese die Sprache des Absenders tragen muss. Für eine authentische und erfolgreiche Ansprache braucht es den Mut und das Vertrauen von Unternehmen in die ausgewählten Influencer:innen. Denn nur wenn diese ihre Kreativität vollends ausleben und ihre eigene Sprache sprechen können, sind sie in der Lage ihre Communities gewinnbringend zu aktivieren.

Das gleiche gilt auch für bezahlte Werbung, wie z.B. die Branded Content Ads. Die Absender dieser Sponsored Posts sind die Creators selber. Die Partnerschaft zum jeweiligen Brand ist klar gekennzeichnet und wird passgenau einer definierten Zielgruppe ausgespielt. Branded Content Ads sind ein sehr wirkungsvolles Tool um Impressionen zu generieren. Sie brillieren durch die Möglichkeit, auf authentische Art und Weise, durch Influencer:innen, eine präferierte Zielgruppe präzise zu erreichen um die Markenbotschaft zu verbreiten.

In der Schweiz ist die Generation Z durchschnittlich 37 Stunden täglich mit ihren Smartphones online (Xeit, 2021). Ein Unternehmen, welches in den Sozialen Medien aktiv ist, kann so ganz natürlich Teil des Diskurses werden und eine grössere Relevanz für die User:innen bieten. Brands, die das umsetzen können, haben gute Chancen von der Gen Z erkannt und ernstgenommen zu werden. Laut Facebook würden diese nämlich schlussendlich Marken wählen, die sich engagieren und schliesslich mit ihnen in Verbindung treten (Facebook IQ, 2021)

Auch der Software- Markt ist im Jahr 2020 vielfältiger und professioneller geworden, was die Influencer Marketing Branche massgeblich unterstützt (WUV, 2020). Agenturen entwickeln Technologien, welche spezifische Prozesse verbessern. Beispielsweise die Influencerauswahl und die Messung einer Kampagne kann vereinfacht und effizienter gestaltet werden. Auch Picstars hat eine eigene Technologie, welche die Kampagnenmanager:innen in diversen Prozessen unterstützt. Durch das Zusammenspiel zwischen moderner Technologie und dem Know-How des Teams, entsteht eine einzigartige Symbiose, welche die Zusammenarbeit mit Brand und Influencer:innen effizient, messbar und erfolgreich gestaltet.

Doch auf was ist besonders zu beachten, wenn man eine erfolgreiche Influencer Kampagne lancieren möchte? Wichtig ist es den „Perfect Match“ zu finden. Die passenden Influencer:innen für Brand und Kampagne. Haben sich diese Personen gefunden, wird die Message anhand des Briefings definiert. Dann gilt es den Creators kreativen Spielraum zu lassen sowie Handlungsschritte abzusprechen und einen regelmässigen Austausch zu arrangieren.

Ist die Kampagne live, lassen sich dank diverser Insights und der Technologie, die Menge an Kampagnen-KPIs übersichtlich darstellen und verfolgen. Schliesslich gilt es sinnvolle und datengestützte Entscheidungen zu treffen, potentielle Anpassungen vorzunehmen und den Erfolg einer Kampagne zu messen.

Bist Du an einer potenziellen Zusammenarbeit interessiert? Wir freuen uns von Dir zu hören.