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Creators oder reichweitenstarke Influencer?

Welche Leistungen der Influencer stehen im Vordergrund? Die Content Creation der Creators oder die vielen Follower und damit die Reichweite eines Posts? Wir haben bei Experten und Influencern & Creators nachgefragt. Nach unserem Beitrag zur Problematik der Fake Follower & Likes und den Meinungen der Experten dazu, ist dies bereits der dritte Artikel zu diesem Thema.
Die Fragen beantwortet haben Jana Gross (ETH), Ben Rüegg (Likeometer), Tanja Herrmann (Webstages), Martina Gratz und Eloy Martinez (tSocial Tamedia), Markus Maurer (Farner) und Sam Veyre (Fotograf) und Karen Fleischmann (Model).

Neben der Reichweite eines Posts ist die Content Creation eine wichtige Leistung der „Influencer“. Wie schätzt du den Stellenwert dieser beiden Leistungen heute und in Zukunft ein?

Markus: “Content Creation ist das Wichtigste. Firmen zahlen für Content plus Reichweite. Idealerweise arbeiten sie tiefgehender mit den Creators zusammen, involvieren sie in neue Produktentwicklungen oder ähnliches. Ich finde wichtig, dass Blogposts nicht unterschätzt werden. Ein Blogpost kann über Jahre Traffic generieren. Ein Instagram Post kann das garantiert nicht.”
Tanja: “Reichweite kann man günstig kaufen. Das Augenmerk sollte meiner Meinung nach deshalb klar auf der Content Creation sein. Influencer sind meist näher an ihren Fans dran, verstehen besser wie etwas auf Social Media präsentiert werden soll, damit es für die Leute relevant ist. Für diese Expertise und Kreativität sollten sie auch bezahlt werden.”
Eloy: “Content Creation und Reichweite haben beide ihre Berechtigung und ihren Preis. Bloss Reichweite ohne Content vermittelt keine Botschaft – hochstehender Content ohne Reichweite ist jedoch verschwendet. Bestenfalls ergänzen sich die beiden Leistungen.”
Karen: “Als nachhaltige Fashion/Beauty Influencerin ist mir Qualität wichtiger als Quantität. Ich poste nicht täglich neue Outfits und Produkte. Meine Message ist #rewear #reduce #redo – Nachhaltigkeit. 3-4 gute authentische Posts in der Woche sind für mich ideal.”

Unsere Einschätzung

Hinter den erfolgreichen Social Media Profilen stehen engagierte und eng mit ihrem Thema und der Zielgruppe verbundene Creators. Deren Arbeit ist ein intensiver Job, der ein hohes Mass an Professionalität fordert. Die Fähigkeit dieser Creators mit Bildern, Videos und Texten eine authentische Geschichte zu erzählen, ist eine wertvolle Quelle der Inspiration und von Inhalten für Brands. Diese sollen und werden immer mehr Kontrolle abgeben und ihre Kunden sowie gut vernetzte Creators (Influencer) für ihre Produkte sprechen lassen. Nichts ist stärker und glaubwürdiger als diese Form der Kommunikation. Trotzdem und gerade weil die FAKE-Problematik die Vertrauenswürdigkeit dieser Kommunikationsform untergräbt, interessiert es uns, wie Instagram dieses Problem in den Griff bekommen wird.

Wie gut wird Instagram das Fake-Problem reduzieren oder ausschliessen können? Was wurde bisher schon erreicht?

Jana: “Instagram überprüft mit Hilfe von maschinellem Lernen sämtliche unauthentische Reichweite und Interaktion, welche gegebenenfalls gelöscht wird.”
Markus: “Instagram ist bereits in Aufräumlaune. Aber, es gibt immer noch sehr viel zu tun. Es ist im ureigenen Interesse von Instagram dieses Problem in den Griff zu kriegen.”
Ben: “Instagram löscht täglich Fake und Bot-Profile, es ist allerdings ein Kampf gegen Windmühlen. Die Bots und Like-Farmen sind sehr kreativ und haben täglich neue Tricks auf Lager, um die Schutzmechanismen von Instagram auszuhebeln.”
Sam: “Als ich von den angekündigten Massnahmen von Instagram gehört habe, hatte ich einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Anzahl solcher Profile abnehmen wird. Leider ist dies bis heute aus meiner Sicht nicht der Fall.”
Tanja: “Bei Instagram wird der Erfolg in der Bekämpfung von Fake-Profilen direkten Einfluss auf den (Werbe)Umsatz haben. Kriegen sie das Problem nicht in den Griff, verlieren sie an Glaubwürdigkeit gegenüber (Werbe)Kunden, an Relevanz gegenüber Nutzern und nicht zuletzt an (Unternehmens)Wert gegenüber den Aktionären. Ich glaube deshalb, dass Instagram das Problem sehr ernst nimmt, entsprechende Ressourcen aufbaut und immer besser darin wird Fakes zu erkennen.”
Martina: “Instagram hat bereits einige Schritte unternommen, wie die grossräumige Löschung von Fake-Accounts und die Erstellung eines “Anti-Fake”-Algorithmus. Nichtsdestotrotz wird diese Thematik in meinen Augen auch im 2019 aktuell bleiben, da es einerseits sehr viele Ressourcen seitens Instagram bräuchte, um das Problem zu beseitigen. Andererseits bilden sich auch immer wieder neue Strategien des “Fakens” herausbilden, wie beispielsweise Engagement-Bots.”

Was hältst du von der Fake Follower Analyse von SRF? Welche Methodik wirst oder würdest du anwenden, wenn du eine Fake-Diagnostik entwickeln würdest?

Eloy: “Die SRF-Analyse hat die Branche zum ersten Mal in der breiten Öffentlichkeit kritisch beleuchtet, den Nimbus der Influencer in Frage gestellt. Dass dies nicht bei allen gut ankommt, ist klar. Auf längere Sicht profitiert jedoch die gesamte Branche von einer freien, kritischen und offenen Berichterstattung.“
Sam: “Bei der SRF Fake-Follower-Analyse stechen klar die Profile heraus, welche offensichtlich eine sehr hohe Anzahl falsche Follower im Profil haben, sprich diese auch gekauft haben. Bei den besagten Profilen wurde auch das Gespräch gesucht, welches aber nicht direkt zu einer Aufklärung geführt hat. Die beste Methode für die Analyse eines Profils wäre für mich das direkte sowie ehrliche Gespräch, da auch Tools nicht immer alles genau auswerten. Dieser Weg ist vielleicht nicht der modernste, aber sicherlich sehr aufschlussreich.”
Karen: “Das SRF ist wohl eingeschüchtert von den Influencern. Insta ist ja auch die grösste Konkurrenz für das TV. Das altertümliche TV wird in Zukunft Probleme haben ihre Kunden zu binden. Die Zukunft ist halt einfach Social Media.”
Tanja: “Selbst mit meinem privaten (geschlossenen) Profil habe ich jeden Tag mehrere Anfragen von suspekten Accounts. Da diese Anfragen bei einem öffentlichen Profil nicht erst zugelassen werden müssen, sind diese automatisch Teil der Follower. Die einzige mir bekannte Möglichkeit die Influencer somit haben, ist es jedes einzelne Account ihrer Follower manuell durchzugehen und zu löschen, falls es unseriös wirkt. Bei zehntausenden Followern ist so etwas kaum zumutbar. Mit der Bezeichnung Fake, hat das SRF keinen Raum für eine wirkliche Diskussion gelassen sondern direkt suggeriert, dass es nur durch manipulative Absichten «Fake-Profile» unter die Fans schaffen. Da hätte ich deutlich mehr vom SRF erwartet.”

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Press Release
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