fbpx

Das sagen Experten & Influencer zu FAKE Follower & Likes

Mit der steigenden Bedeutung von Influencer Marketing hat der Missbrauch in Form von Fake Followern und Fake Likes zugenommen. Der Missbrauch untergräbt die Glaubwürdigkeit der Kommunikation über Social Media. Wir haben bei Experten und Influencern & Creators nachgefragt, wie sie sich diesen Herausforderungen stellen. Unsere Fragen beziehen sich auf die Herausforderung „FAKE“, über welche wir kürzlich berichtet haben.


Die Fragen zum Thema haben Jana Gross (ETH), Ben Rüegg (Likeometer), Tanja Herrmann (Webstages), Martina Gratz und Eloy Martinez (tSocial Tamedia), Markus Maurer (Farner) und Sam Veyre (Fotograf) beantwortet.
Bevor wir mit den Fragen starten. Was genau verstehen wir unter FAKE?

Jana: “Zum Verständnis möchte ich noch festhalten, dass ich den Begriff «Fake» als Handlungen und Strategien, welche Profile und Kanäle künstlich attraktiver gestalten, definiere. Darunter fallen unter anderem gekaufte Reichweite und Interaktion.”

 

Mit welchen Tools und Methoden können Profile identifiziert werden, die sich Fake Follower & Fake Likes Strategien bedient haben?

Ben: “Oft reicht ein gesunder Menschenverstand aus: Einfach kurz das Profil anschauen, kurz die Follower-Liste durchscrollen und die Kommentare bei den letzten paar Posts studieren. Wenn einem da sehr viele Profile mit nur einem Post oder gar keinem Profilbild auffallen, ist etwas faul. Um Follower-Käufe oder Unfollow-Bots zu erkennen, reicht ein Blick auf eines der folgenden Tools:”

Markus: “Achtung, fies: man kann Follower auch jemandem Dritten kaufen. Darum gilt bei der Analyse Acht zu geben, ob jemand ‘selber’ betrügt oder nicht.”

Tanja: “Dazu kommen kostenpflichtigen Tools wie Reachbird oder Hyper, bei denen wir uns die Audience anschauen. Kommen zum Beispiel die meisten Leute aus einem Land, welches nicht mit der Contentsprache übereinstimmt, ist dies ein Hinweis auf gekaufte Follower.”

 

Unsere Einschätzung

Wenn die Creators nach der Anzahl ihrer Follower bezahlt werden, dann sollte mit den genannten Tipps & Tools der Experten geprüft werden, dass die historische Entwicklung der Follower natürlich (nicht sprunghaft) und nachvollziehbar ist. Wird die Leistung der Creators anhand der erstellten Inhalte oder der erzielten Interaktionen bezahlt, dann braucht es entsprechend weniger Fokus auf die Follower. Mit einem mittels Datenschnittstelle eng getakteten Tracking der Interaktionen, kann der Verlauf anhand einer Datenanalyse auf Auffälligkeiten hin überprüft werden. Diese Methode wendet PICSTARS an, um die leistungsbasierte Bezahlung auf Basis von Interaktionen zu prüfen. Grundsätzlich schadet der Einsatz von Fake, unabhängig ob Follower oder Interaktionen, der Glaubwürdigkeit von Influencern und Content Creators.

Sind Follow/Unfollow oder Comment Bots deiner Meinung nach als Fake (wenn ja, in welchem Mass auf einer Skala von 1-10) zu bezeichnen oder sind dies legitime Software-Tools, um die Sichtbarkeit eines Profils und der Posts zu steigern?

 

Sam: “Bei Follow/Unfollow oder Comment Bots verliert meiner Meinung nach der Eigentümer des Profils jegliche Glaubwürdigkeit. Deswegen ist diese Methode für mich aus persönlicher Sicht, klar eine 10, also als eine Fake-Methode zu bezeichnen.”
Jana: “Jegliche Strategie um Reichweite oder Interaktion künstlich zu fördern ist ein weder ethisch noch legitim vertretbares Verhalten, sofern dies dazu dient, sich einen Mehrwert, wie beispielsweise Kooperationen mit Brands, zu verschaffen. Zudem bietet der natürliche Aufbau, die Unterstützung und der Austausch mit den Zuschauern einen wahren Mehrwert für jede(n) Profil- und Kanalinhaber(in), um konstruktive Rückmeldung zum eigenen Inhalt zu erhalten.”
Ben: “Es wird zwar oft gesagt, dass die Follower “echt” sind, die solche Methoden anlocken. Das stimmt auch, allerdings ist die Loyalität dieser Follower sehr gering; wir sehen das regelmässig bei den Statistiken auf Likeometer: Sobald ein solcher Bot nach ein paar Wochen wieder abgestellt wird, fallen auch die Follower-Zahlen zusammen. Die Follower verschwinden wieder. Wer also einen solchen Bot einsetzt, schliesst ein Pakt mit dem Teufel.
Ich finde, dass es hier sehr wohl um Betrug geht, da künstlich die Reichweite eines Profils gesteigert wird und andere, ehrliche Influencer dadurch einen Nachteil haben. Profile mit Bots wachsen um einiges schneller und kommen so eventuell schneller an mehr oder neue Aufträge, allerdings ist das Engagement der Follower – im Vergleich zu einem “ehrlichen” Influencer – eher unterdurchschnittlich.”
Markus: “Fake Kommentare sind ganz klar eine 10 auf der Skala. Kommentare sollten einen Mehrwert bieten. Das tun Comments von Bots nicht. Übrigens muss man sich auch bewusst sein, dass dies rechtliche Folgen haben kann. Wenn ein Creator bewusst mit Täuschungen-Taktiken arbeitet, reden wir sogar von Betrug.”
Tanja: “Wenn man ein breites Publikum erreichen möchte, weil man glaubt, dass viele Leute noch nichts von dem Content wissen, sich aber dafür interessieren könnten, dann kann man dies schon mit sehr kleinen Budgets als Werbung einbuchen und so ebenfalls seine Audience erweitern. “

 

Unsere Einschätzung

Die Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit der Arbeit eines Content Creators ist in diesem jungen Marktsegment besonders wichtig. Die Werbekunden überlassen dem Creator die Kommunikation ihrer Produkte und geben damit Kontrolle ab. Dieser Schritt ist für Brands ein Wagnis. Dank einer sorgfältigen Auswahl von passenden Creators und deren gewissenhafter Arbeit, werden die Auftraggeber mit authentischen und kreativen Inhalten belohnt. Um das Vertrauen der Auftraggeber in dieser neuen Gattung zu stärken, müssen die Creator auf jegliche Massnahmen verzichten, welche die Vertrauenswürdigkeit verringern.

 

Welche Massnahmen sollten „Influencer“ umsetzen, um eine qualitativ möglichst gute Follower-Zielgruppe und eine hohe Engagement Rate zu erzielen? (bspw. Private Profile, etc.)

 

Markus: “Influencer sollten eine nachhaltige Strategie wählen, das heisst einen organischen Aufbau der Follower anstreben. Das gelingt u.a. mit einer fairen Interaktion mit der Community. Private Profile sind in meinen Augen keine Option. Dort kann die integrierten Werbe-Markierungsoption nicht genutzt werden. Ein Must-have für eine saubere Zusammenarbeit.”
Ben: “Klingt plump, ist aber so: Authentisch sein und Geschichten in den Posts erzählen. Wer die Community mit einbezieht, kriegt automatisch mehr Engagement. Und täglich mehrmals Stories posten!”
Jana: Menschen vertrauen Menschen. Vertrauen kann durch Glaubwürdigkeit, Konsistenz des Inhaltes und authentisches Auftreten aufgebaut und gestärkt werden.”
Tanja: “Influencer müssen sich darüber im klaren sein wofür sie stehen. Nur mit einer klaren Positionierung, inhaltlich sowie stilistisch, haben sie eine Chance nicht im Feed unterzugehen.”
Martina: “Influencer interagieren direkt mit der Community und schaffen relevante Inhalte. Um das Engagement zu steigern sind natürlich konkrete Call-to-Action (CTA) wie Gewinnspiele eine ideale Form, um die User zum Mitmachen zu animieren.”
Sam: “Die einfachste Antwort auf diese Frage ist authentisch zu sein und guten Content zu produzieren, denn das ist was der Betrachter/ Konsument sehen will. Eine gute Methode finde ich auch (falls man die Zeit dazu findet) regelmässig seine Followers auszusortieren. Desto mehr inaktive oder falsche Profile entfernt werden, desto höher ist die Anzahl von „echten“ Menschen.”

Share this post

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Press Release
Bruno Thurnherr Ferrari

Dürfen wir vorstellen? – Picstars

Influencer sind die neuen Models Das Startup Picstars hat das Influencer Marketing zu seinem Geschäftsmodell gemacht. Sie professionalisieren damit die Prozesse zwischen Influencern und Unternehmen.

Weiterlesen »