Moneycab Interview mit Mark, Mitgründer von PICSTARS

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Moneycab.com: Herr Sandmeier, Picstars vermarktet die Social Media-Reichweite von Sportlern und Eventbesuchern in Zusammenarbeit mit Marken. Könnten Sie uns das Geschäftsmodell etwas konkreter erläutern?

von Patrick Gunti – Hier findest du das Interview von Moneycab

Mark Sandmeier: Picstars ermöglicht als Full-Service Anbieter die Abwicklung von Influencer Marketing-Kampagnen für Marken. Dank dem Picstars-Talentpool finden wir die passenden Influencer (Sportler/ Lifestyle) für die Bedürfnisse der Marken. Die Influencer entscheiden auf Anfrage von Picstars, ob sie für diese Marke Inhalte auf ihren Social Media Profilen publizieren möchten. Bei Events sind die Event-Gäste die Markenbotschafter und erreichen dank ihren Social Media Posts vom Event für Sponsoren spannende Medien-Reichweite.

Schwergewichtig arbeiten Sie mit Sportlern zusammen. Was macht gerade diesen Bereich attraktiv für Ihr Geschäftsmodell?

Sportler sind glaubwürdige Botschafter und erreichen eine interessante Follower-Zielgruppe. Die Social Media-Reichweiten und die Engagement-Raten der Sportler sind bedeutend. Zudem ist es allgemein bekannt und akzeptiert, dass Sportler sich über Sponsoring finanzieren.

Welches sind die grössten Vorteile für die verschiedenen Talente einerseits, für die Unternehmen und Marken andererseits?

Den Sport- und Lifestyle-Talenten bietet Picstars einen einfacheren Zugang zu Marken, die sich für Influencer Marketing interessieren. Diese Mittlerfunktion von Picstars vereinfacht die Arbeit also für die Talente und für die Marken. Zudem bieten wir den Marken die Möglichkeit, dass sie mit dem Logo, Designelementen oder einem Claim auf den Fotos der Influencer sichtbar werden. Das ist dank der Picstars-Technologie mit Apps und einem Marken-Cockpit möglich. In diesem Cockpit kann der Auftraggeber jederzeit die Daten der Influencer und von gesamten Kampagnen kontrollieren.

„Den Sport- und Lifestyle-Talenten bietet Picstars einen einfacheren Zugang zu Marken, die sich für Influencer Marketing interessieren.“
Mark Sandmeier, CEO Picstars

Welchen Einfluss nimmt Picstars auf die Social Media-Kanäle, die bespielt werden?

Die Auswahl der Social Media Kanäle und der Inhalte (Fotos/Videos/Texte) ist den Markenbotschaftern und Brands überlassen. Picstars informiert die Sport- und Lifestyle-Talente über die Ziele der Marken und überlässt diesen die kreative Umsetzung. Diese kreative Freiheit wird immer mit tollen Inhalten belohnt. Die Marken sind jeweils positiv überrascht, welche Stories zu ihren Produkten kreiert werden.

Welche Plattformen werden am meisten genutzt und welche sind am lukrativsten?

Bei den Influencern ist dies eindeutig Instagram. Besonders die jüngeren Sportler erreichen über Instagram viel mehr Leute und erzielen auch höhere Interaktionsraten als auf Facebook. Es gibt jedoch auch Influencer bspw. im Reitsport, die über Facebook und Twitter sehr viele Follower erreichen. Bei Eventgästen überwiegen die Posts und Interaktivitäten auf Facebook.

Wie berechnet sich der Ertrag, den die Markenbotschafter verdienen können und wie wie finanziert sich Picstars im gesamten Prozess?

Der Verdienst der Markenbotschafter ist in der Regel leistungsbasiert und richtet sich nach der Anzahl der Interaktionen auf deren Social Media Posts. Picstars verrechnet den Marken die erbrachten Dienstleistungen für die Auswahl der Markenbotschafter, für deren Briefing und die Abwicklung und das Tracking der Influencer Kampagne über die Picstars-Technologie. Dank der Picstars-App für die Markenbotschafter und dem webbasierten Cockpit für die Marken können die Posts und die Leistungswerte live verfolgt werden. Picstars übernimmt zudem die leistungsbasierte Auszahlung an die Markenbotschafter.

„Besonders die jüngeren Sportler erreichen über Instagram viel mehr Leute und erzielen auch höhere Interaktionsraten als auf Facebook.“

Ihre Technologie wird auch bei Events eingesetzt. An wen richten Sie sich in diesem Bereich?

Ja genau. Eventbesucher, Kunden oder Mitarbeiter sind glaubwürdige Markenbotschafter. Wir haben Kunden wie Sportvereine, die ihre Fans zu Social Media Posts motivieren und dafür Prämien unter den Teilnehmern vergeben. Zudem haben wir Firmenkunden wie Globetrotter, Transa oder Veloplus, welche ihre Mitarbeiter motivieren, ihre Leidenschaft über die eigenen Social Media Profile zu teilen. Dafür bieten wir diesen Firmen oder Vereinen eine schlanke Webapp die im visuellen Auftritt einfach an die Firmen- oder Vereinsfarben angepasst werden kann. Dank dieser Webapp ist die Aktivierung von Fans, Eventbesuchern, Kunden und Mitarbeitern sehr einfach.

Wie ist die Geschäftsidee zu Picstars eigentlich entstanden?

Die Ursprünge liegen beim Surfen und Fotografieren. Daraus ist die Idee entstanden, dass man die Sichtbarkeit von Marken in Social Media-Posts von Sportlern deutlich verbessern könnte. Eine Swisscom-Kampagne mit Snowboardern war dann die Initalzündung für die Picstars-Technologie mit Apps und einem Marken-Cockpit für das live Tracking.

Sie haben jobs.ch über Jahre zum führenden Stellenportal der Schweiz aufgebaut, ehe Sie in den Verwaltungsrat von JobCloud wechselten und gleichzeitig weitere Mandate übernahmen. Nur kurze Zeit später haben Sie Picstars mitgegründet. Hat Ihnen das „Start-up-Feeling“ gefehlt?

Der Aufbau von jobs.ch vom Startup bis zum erfolgreichsten Digitalunternehmen der Schweiz ist und bleibt einzigartig. Es macht mir heute sehr viel Freude, Picstars mit meinen Mitgründern Henrik, Bruno und Eric aufzubauen. Dass wir Sportlern das Leben bei der Vermarktung vereinfachen und damit ein kleiner Teil ihres sportlichen Erfolges sind, das freut mich genauso sehr, wie damals bei jobs.ch. Stellensuchende und Arbeitgeber zusammen zu bringen. An den Olympischen Winterspielen in Korea waren 26 Picstars-Talente dabei. Fünf davon haben eine Medaille gewonnen.

„Die guten Netzwerke und die Vertrauenswürdigkeit, die unsere Aktionäre mit ihrer Investition in Picstars ausstrahlen, ist für uns als Jungunternehmen eine entscheidende Unterstützung.“

Mit Tamedia, der ZKB und investiere haben Sie heute bedeutende Investoren an Bord. Was bedeutet dies für die weitere Entwicklung des Unternehmens?

Die guten Netzwerke und die Vertrauenswürdigkeit, die unsere Aktionäre mit ihrer Investition in Picstars ausstrahlen, ist für uns als Jungunternehmen eine entscheidende Unterstützung. Unsere Investoren unterstützen uns aktiv bei der Vermarktung und der strategischen Planung. Zudem haben wir mit Bernhard Heusler (Ehrenpräsident FC Basel 1893) einen top vernetzten und erfahrenen Fachmann in unserem Verwaltungsrat.

Influencer Marketing entwickelt sich rasant, aber wohin genau und in welchem Ausmass bleibt abzuwarten. Wie schätzen Sie den aktuellen Hype ein?

Der Hype ist meiner Einschätzung nach schon vorbei. Vielmehr befinden wir uns in einer Phase, in der viele Firmen die Potenziale des Influencer Marketing als Teil ihrer Kommunikation entdecken und in ihre laufenden Aktivitäten integrieren. Darunter sind viele KMU oder auch Tourismusdestinationen. Wir sind davon überzeugt, dass die Glaubwürdigkeit und die Kreativität von Markenbotschaftern für die Kommunikation von Marken ein fester Bestandteil werden. Dabei sehen wir eine Entwicklung hin zu kleineren bis mittelgrossen Botschaftern die mit ihren spezifischen Fähigkeiten eine starke Bindung zu ihrer Zielgruppe haben.

Was sind die nächsten Ziele von Picstars?

Wir wollen vielen Firmen und Marken den Zugang zum Influencer Marketing eröffnen und dank unserer Technologie eine effiziente und transparente Abwicklung ermöglichen. Zudem sind wir daran in Deutschland und Österreich unser Netzwerk auszubauen. Es bleibt viel zu tun in diesem jungen, dynamischen Markt.

Herr Sandmeier, ganz herzlichen Dank für das Interview.